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Schreckliche Feuersbrünste wüteten in Donsbach
Als die älteste Siedlung aller sieben Stadtteile einschließlich der Kernstadt hat das 914 urkundlich bezeugte Donsbach in den zurückliegenden Jahrhunderten schreckliche und verheerende Feuersbrünste erleben müssen. Aufgeschreckt durch die Großfeuer im Jahre 1609 und 1611, bei denen mehrere Bäue und Gehöfte abbrannten, sowie den strengen Feuerpolizeiverordnungen beteiligte sich Donsbach bei der Anschaffung einer gemeinschaftlichen Feuerspritze im Jahre 1750, die sie allerdings mit den Ortschaften des Amtes Dillenburg, Eibach, Nanzenbach, Ober- und Niederscheld, Frohnhausen und Wissenbach, teilen musste. Die Feuerspritze hatte ihren Standort in Eibach und war so schwer, dass man sie kaum transportieren konnte. Der Schlosser Johann Sommer aus Niederscheld hatte sie angefertigt. Auf Anordnung der fürstlichen Landesregierung sollten die vorerwähnten Gemeinden 1753 jeweils noch eine weitere Spritze anschaffen, was aber wegen des großen Schafsterbens in Donsbach und des Kirchenbaues in Wissenbach aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden konnte. Nachdem der Dillenburger Kupferschmied Joh. Jost Schramm 1776 die Konzession zum Bau von Spritzen erhalten hatte, erwarb die Donsbacher Gemeinde von dem städtischen Spritzenfabrikanten für 219 fl. ihr eigenes Feuerlöschgerät. Als am 10. September 1791 das 300 Seelen zählende fränkische Haufendorf Donsbach fast gänzlich abbrannte, war hier die vorerwähnte Spritze im Einsatz, musste aber wegen der schnell um sich greifenden Feuersbrunst im Stich gelassen werden. Wegen Missachtung der Gesetzesverordnung brannte 1791 das Dorf ab
Die für Nassau-Dillenburg und Nassau-Oranien am 30. September 1780 herausgegebene Feuerschutzverordnung beinhaltete ein Verbot, dass auf dem Herd, den Ofen und Backöfen kein Reiserholz, an dem noch vieles Laub hing, verbrannt werden dürfte. Eine Zuwiderhandlung wurde ‚bey 30 f 1. oder öffentlicher Arbeitsstrafe’ geahndet. 11 Jahre nach dem Brandschutzerlass wurde die Missachtung dieser Verordnung der Frau des Johann Valentin Wagner und der gesamten Ortschaft zum Verhängnis. Beim Wäschekochen verfeuerte die Bäuerin wider Verbot das Laubreisig und nahm den kochenden Kessel vom Feuer und stellte ihn auf einen Strohring. Dann sei sie zur Krummeternte gegangen, sagte sie später aus. Da an diesem spätsommerlichen Sonnabend des 10. September fast alle Donsbacher Einwohner in den herrschaftlichen Wiesen mit der Krummeternte beschäftigt waren, konnte das Feuer in Windeseile auf das ganze Dorf übergreifen. Johann Valentin Wagner war gleichzeitig an dem Großbrand mitschuldig geworden. Er hatte ein Loch in die Brandmauer geschlagen, um besser den Heimchen und Hausgrillen nachstellen zu können. Durch dieses verbotene Handeln konnten die Flammen auf den Stall und dann auf das ganze Gebäude übergreifen. Die Brandstifterin erhielt ein Jahr Zuchthaus. Einem Bittantrag zufolge wurde die Geächtete später vom Zuchthaus in Dietz in das Stockhaus nach Dillenburg zu gefänglicher Haft überführt. Den als gewalttätig bekannten Valentin Wagner brachte man gleichfalls nach Dillenburg, wo er in die Herrschaftliche Taglöhnerarbeit übernommen wurde. Nach Verbüßung ihrer Strafe wollte keine Ortschaft mehr die Familie Wagner aufnehmen. Nachdem auch die Medenbacher die Wagners wieder fortgejagt hatten, wurde ihnen eine Stube in dem ehemaligen Schrammschen Hause auf dem zerstörten Dillenburger Schlosse zugeteilt. Als sich die Zorneswut später legte, errichtete die Familie in der oberen Hintergasse einen Neubau. Noch im November des Brandjahres wurde eine Verordnung herausgegeben, die festlegte, dass vor allem in Häusern, Scheuern, Ställen etc. befindliche offene Löcher, Läden und Türen abgeschafft werden müssen, damit nicht bei einem entstehenden Feuer dasselbe durch die Löcher hineindringe. Eine detaillierte Beschreibung über die Brandkatastrophe, die ein ganzes Dorf vernichtete, erfolgte in dem 1991 erschienenen Buch ‘Schicksalsjahre eines Bergmannsdorfes‘.
| Brandbericht vom 17. September 1791
der Dillenburgischen Intelligenz-Nachrichten (Für Vergrößerung auf den Bericht klicken) |  |
Donsbachs Pflichtfeuerwehr wurde 1924 abgelöst Es dürfte wohl an der früh einsetzenden Industrialisierung an Dill, Lahn und Sieg gelegen haben, dass sich hier bereits im vorigen Jahrhundert in den Städten und Gemeinden die freiwilligen Feuerwehren gründeten. Den Schutz- und Hilfsgedanken auf die Basis der organisierten Freiwilligkeit zu stellen, hatte gegenüber den über Jahrhunderte hindurch fungierenden Pflichtfeuerwehren den Vorteil des freiwilligen und selbstlosen Einsatzes beim Löschen, Schützen und Retten im Dienste des Nächsten. Dass sich die Pflichtfeuerwehren in den landwirtschaftlichen Erwerbsgebieten bis in die 20er und 30er Jahre behaupten konnten, dürfte wohl an der Präsens der ortsansässigen Bauern, die vom Bürgermeister bzw. von der Gemeinde für den Brandschutz herangezogen wurden, gelegen haben. Hierzu zählten neben den Westerwaldgemeinden Haiern, Heiligenborn, Heisterberg, Hirschberg, Hohenroth, Mademühlen, Münchhausen, Nenderoth, Odersberg, Rabenscheid, Rodenberg, Rodenroth, Roth, Seilhofen, Driedorf u.a. auch Donsbach. Interessant ist allerdings, dass die Florianer aus Dillenburg und Donsbach ein Jahr vor der Jahrtausendwende ihr Jubiläum feiern können. Während die Kernstädter Wehr 150 Jahre alt wird, würdigt man in Donsbach im Rahmen einer Festwoche die 75jährige freiwillige Hilfeleistung der Brandschützer. |